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Transportvorschriften für freigestellte medizinische bzw. veterinärmedizinische Proben

Von Menschen oder Tieren entnommene Proben (Patientenproben), bei denen eine minimale Wahrscheinlichkeit besteht, dass sie Krankheitserreger enthalten, unterliegen nicht den Gefahrgutvorschriften. Allerdings sind hierbei Verpackungs- und Kennzeichnungsvorschriften einzuhalten.

Grundlagen für die Beurteilung der Freistellung

Die Beurteilung sollte auf der Grundlage der bekannten Anamnese, Symptome und individuellen Gegebenheiten des betreffenden Patienten oder Tieres und den lokalen endemischen Bedingungen erfolgen.

Beispiele für freigestellte medizinische bzw. veterinärmedizinische Proben

  • Blut- oder Urinproben zur Kontrolle des Cholesterin-Spiegels, des Blutzucker-Spiegels oder des Hormon-Spiegels
  • erforderliche Proben zur Kontrolle der Organfuntkion, wie Herz-, Leber- oder Nierenfunktion, bei Menschen oder Tieren mit nicht ansteckenden Krankheiten oder zur therapeutischen Arzneimittelkontrolle
  • für Versicherungs- oder Beschäftigungszwecke entnommene Proben mit dem Ziel, Drogen oder Alkohol festzustellen
  • Schwangerschaftstests
  • Biopsien zur Feststellung von Krebs
  • Feststellung von Antikörpern bei Menschen oder Tieren bei Nichtvorhandensein eines Infektionsverdachts (z.B. Berwertung einer durch einen Impfstoff herbeigeführten Immunität, Diagnose einer Autoimmunerkrankung)

Verpackungsvorschrift

  • Die Verpackung muss aus drei Bestandteilen bestehen
  1. (einem) wasserdichten Primärgefäß(en)
  2. einer wasserdichten Sekundärverpackung
  3. einer in Bezug auf ihren Fassungsraum, ihre Masse und ihre beabsichtigte Verwendung ausreichend festen Außenverpackung, bei der mindestens eine der Oberflächen eine Mindestabmessung von 10 cm x 10 cm aufweist. Als Außenverpackung ist eine Kiste zu verwenden (z.B. Pappe, starrem Kunststoff, Holz).
  • Für flüssige Stoffe ist zwischen dem (den) Primärgefäß(en) und der Sekundärverpackung ein absorbierendes Material in einer für die Aufnahme des gesamten Inhalts ausreichenden Menge einzusetzen, so dass ein während der Beförderung austretender oder auslaufender flüssiger Stoff nicht die Außenverpackung erreicht und nicht zu einer Beeinträchtigung der Unversehrtheit des Polstermaterials führt.
  • Wenn mehrere zerbrechliche Primärgefäße in eine einzige Sekundärverpackung eingesetzt werden, sind diese entweder einzeln eingewickelt oder so voneinander zu trennen, dass eine gegenseitige Berührung verhindert wird.

 Kennzeichnungsvorschrift

Kennzeichnung der Verpackung mit dem Ausdruck "FREIGESTELLTE MEDIZINISCHE PROBE" bzw. "FREIGESTELLTE VETERINÄRMEDIZINISCHE PROBE".

Verwendung von Trockeneis zu Kühlzwecken

Folgende Transportvorschriften sind zusätzlich zu den oben aufgeführten zu beachten, wenn Trockeneis zu Kühlzwecken eingesetzt wird.